Feindesliebe - die hohe Schule des Evangeliums

Frankfurt am Main. Für viele war dieser Gottesdienst die erste persönliche Begegnung mit ihrem neuen Bezirksapostel: Glaubensgeschwister aus 13 eingeladenen Gemeinden des Bezirks erwarteten am Mittwoch, den 4. Juli 2018 in der Kirche Frankfurt-West Bezirksapostel Rainer Storck.

Drückende Hitze, eine vollbesetzte Kirche, in der kein Lüftchen weht, und doch ist in den Minuten vor Beginn des Gottesdienstes diese besondere Stimmung aus höchster Konzentration und andächtiger, gespannter Stille zu spüren.  Der Bezirksapostel legt seiner Predigt die Worte aus Matthäus 5, 44.45 zugrunde: „Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“

„Meine Kirche“

Eigentlich ist es ein Kinderlied, das der Chor zu Beginn des Gottesdienstes vorträgt: „Ein Gärtner geht im Garten, wo tausend Blumen blühn“ (GB 230). Für den Bezirksapostel aber ist es ein Impuls, sein Bild von der Kirche zu entwerfen, wie sie ist und wie sie sein soll: Tausend Blumen, eine Vielfalt von ganz unterschiedlichen Pflanzen, von der vornehmen Rose mit den Dornen bis zum Schattengewächs – und alle haben ihren Platz: "Meine Kirche!" Um alle kümmert sich der Gärtner, dessen einziges Bemühen es ist, alle treu zu warten: „Diese Vielfalt anzunehmen und alle treu zu warten, muss unser vornehmstes Bemühen sein“, so der Bezirksapostel an die Amtsträger gewandt. Mit einem sehr persönlichen Erlebnis aus seiner Zeit als Religionsschüler verdeutlichte er, wie er die persönliche Zuwendung seines damaligen Vorstehers erlebte.

Signale der Versöhnung setzen

„Feindesliebe - die hohe Schule des Evangeliums“, so leitete der Bezirksapostel zu dem Bibelwort aus der Bergpredigt über. Feinde, das seien solche, die Spaß am Streit hätten, Unfrieden stifteten, die einem böse gesinnt sind. Diese „Feinde“ zu lieben bedeute nicht, sich alles gefallen zu lassen, sondern „Signale zu setzen: Das kann so nicht bleiben!“ Auch hier war es wieder ein praktisches Beispiel, eine eskalierende Familienfeier, anhand dessen der Bezirksapostel anschaulich machte, wie Feindesliebe im Alltag praktisch umzusetzen sei.

Nach dem Predigtbeitrag von Apostel Opdenplatz leitete der Bezirksapostel mit einer eindrücklichen Darstellung der Versöhnung zweier verfeindeter Brüder –  Jakob und Esau – zur Feier des Heiligen Abendmahls über.

Bericht: A.V.

Fotos: Jessica Krämer